Kuphalstraße 79/80

Therapeutische Jugend-Wohngemeinschaften

  • Wer sind wir? Wer kann bei uns einziehen?
  • Wie und wann erfolgt die Aufnahme bei uns?
  • Wie arbeiten wir?
  • Was unterscheidet uns von herkömmlichen Jugend-WG's?
  • Wie könnt ihr uns kennenlernen?

    Wer sind wir? Wer kann bei uns einziehen?

    Die Therapeutischen Jugend-Wohngemeinschaften sind eine Einrichtung der Jugendhilfe in Kooperation mit der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Unser gemeinsamer Träger ist die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik mbH (GGP) in Rostock.

    Wir – das sind drei WG's: Solaris, Terra und Luna.

    Bei Solaris und Terra können jeweils 6 Kinder bzw. Jugendliche und junge Erwachsene bei vollem Betreuungsumfang (rund um die Uhr) aufgenommen werden. In der Luna-WG wohnen 4 Jugendliche oder junge Erwachsene, die gezielt auf ein Leben im eigenen Haushalt bzw. in einer weiterführenden betreuten Wohnform vorbereitet werden.
    Bei uns können Kids wohnen, die seelische Beeinträchtigungen haben oder von ihnen bedroht sind und somit Schwierigkeiten im familiären Umfeld, in der Schule, im Freundeskreis etc. haben
    Die Betreuer in den einzelnen WGs sind Mitarbeiter aus den verschiedensten Richtungen der pädagogischen und therapeutischen Berufe. Sie arbeiten in Früh- und Spätschichten innerhalb der WG. Die Nachtzeit wird durch pädagogische Nachtbereitschaften abgedeckt.
     

    Die seelischen Beeinträchtigungen können sein:
    • Schizophrenien, schizotype und wahnhafte Störungen,
    • Verhaltensauffälligkeiten (z.B. emotionale Störungen, Störungen des Sozialverhaltens, kombinierte Störungen),
    • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen,
    • Entwicklungsauffälligkeiten und -störungen,
    • Kommunikationsstörungen,
    • affektive, emotionale Auffälligkeiten und Depressionen,
    • neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen,
    • defizitäre Selbstorganisationsmechanismen,
    • starke soziale Rückzugstendenzen,
    • emotionale Labilitäten,
    • Leistungsverweigerung oder
    • Bindungsstörungen.

     
    Wie und wann erfolgt die Aufnahme bei uns? Für eine Aufnahme sind folgende Schritte erforderlich:
    • Antragstellung auf Hilfe zur Erziehung beim zuständigen Jugendamt nach § 35a KJHG (SGB VIII) durch die Sorgeberechtigten bzw. bei Volljährigkeit durch die jungen Erwachsenen selbst,
    • Begutachtung durch einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie,
    • Erziehungskonferenz beim zuständigen Jugendamt,
    • Gegenseitiges Kennenlernen und Besichtigung der WG,
    • Kostenübernahmeerklärung des Jugendamtes,
    • Aufnahme in die ThJWG.
    Nach einem Zeitraum von etwa 4 bis 6 Wochen nach dem Einzug in die WG erfolgt die Hilfeplanung mit der Festlegung der individuellen Ziele in Zusammenarbeit mit den Sorgeberechtigten, dem Kind/Jugendlichen, den Mitarbeitern der ThJWG, der Tagesklinik und dem Jugendamt.
     
    Wie arbeiten wir?

    Grundlage unserer pädagogischen und therapeutischen Arbeit ist der systemische Ansatz. Wir verstehen jedes Handeln als grundsätzlich nützlich für die Bewältigung des Lebens durch das Kind oder den Jugendlichen. Es ist das Ergebnis von Prozessen, die in den verschiedenen Systemen (z.B. Familie, Schule, Ausbildung) ablaufen.
    Jedes Kind und jeder Jugendliche hat seinen Bezugsbetreuer, mit dem er alle anfallenden Probleme und Schwierigkeiten besprechen kann. Darüber hinaus ist jeder Betreuer auch für die anderen Jugendlichen zuständig. Zu den Aufgaben der Betreuer gehören die neben der gemeinsamen Alltagsbewältigung und der Hilfe beim Erlernen und Training lebenspraktischer Fähigkeiten die Organisation von Freizeitaktivitäten. In Schule und Ausbildung pflegen wir einen engen Kontakt mit den jeweiligen Einrichtungen. Einen wichtigen Teil stellt im Sinne des systemischen Ansatzes die pädagogische und therapeutische Arbeit mit der Herkunftsfamilie dar.
    Die pädagogischen und soziotherapeutischen Grundleistungen werden durch die MitarbeiterInnen der ThJWG abgedeckt. Die individuellen Sonderleistungen in Form von therapeutischen Fachleistungsstunden werden durch die Therapeuten der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie bzw. der Heilpädagogisch Medizinisch Therapeutischen Tagesstätte realisiert. Wir können somit auf ein sehr weit gefasstes therapeutisches Angebot zurückgreifen (z.B. verhaltenstherapeutisch fundierte Einzel- und Gruppentherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie unterschiedlicher Schulen, Spieltherapie, Theatertherapie, Bewegungstherapie, Sprachtherapie, Ergotherapie u.a.). Zwischen den Betreuern in der WG und den beteiligten Therapeuten findet ein regelmäßiger Austausch statt, dessen Ziel die gemeinsame Arbeit an den Problemlagen der Kinder und Jugendlichen ist.
    Alle Dinge, die zu einem ganz alltäglichen Leben dazugehören, können bei uns unter der Begleitung und Unterstützung der BetreuerInnen erlernt oder gefestigt werden. Die speziellen zu bearbeitenden Probleme oder Beeinträchtigungen werden individuell und grundsätzlich unter der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen bearbeitet.
     
    Was unterscheidet uns von herkömmlichen Jugend-WG's?

    Neben den allgemeinen Bestimmungen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes ist der § 35a Grundlage unserer Arbeit. Entsprechend können ausschließlich Kinder und Jugendliche mit seelischen und psychischen Problemlagen bei uns aufgenommen werden. Aufgrund der Komplexität von psychischen Störungen und der zur Gesundung bzw. Stabilisierung nötigen langwierigen und intensiven Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen haben wir einen Betreuungschlüssel von 1:1, d.h. es kommt rechnerisch auf jeden Jugendlichen ein Betreuer.
    Unsere Mitarbeiter kommen aus unterschiedlichen pädagogischen und therapeutischen Berufen, wodurch ein breit gefächertes Fachwissen und verschiedene Sichtweisen in die Arbeit einfließen. Die Kooperation mit der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der Universität Rostock und der Heilpädagogisch Medizinisch Therapeutischen Tagesstätte ermöglicht neben einem regelmäßigen Fachaustausch zwischen den Fachteams eine unkomplizierte Eingliederung in therapeutische Maßnahmen sowie eine gute medizinische Begleitung des Gesundungsprozesses.
     
    Wie könnt ihr uns kennenlernen? Ansprechpartner zum Kennenlernen unserer WG's und auch zur Besichtigung ist die Leitung der Einrichtung. Termine für Beratungsgespräche und Kennenlernkontakte können jederzeit telefonisch oder persönlich vereinbart werden.
     

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